Urheber| Piratenpartei im FOCUS zum Urheberrecht

FOCUS-Online Artikel vom Chef der Piratenpartei zum Urheberrecht


In der
Onlineausgabe des Magazin FOCUS hat der Vorsitzende der Piratenpartei Jens Seipenbusch einen Artikel zum Urheberrecht und die politische Ausrichtung „seiner“ Partei geschrieben.

Neben den parteipolitschen Verbrämungen bezeichnet der Vorsitzende das Urheberrecht als „pervertiertes Relikt“ und bezieht sich dabei auf die Reformvorschläge des bekannten
Rechtsprofessors Lawrence Lessig, der die Idee der creative commons, kurz CC-Lizenzen, entwickelt hat.

Wer sich ernsthaft mit dem Modell CC und den Ideen des erwähnten Harvard-Professors auseinander gesetzt hat, dürfte derartige Schlussfolgerungen nicht ziehen können. Das plumpe Argument zum Urheberrecht an bekannte und gute Ideen aus anderen Bereichen anzuknüpfen, ist in der Politik opportun und vor allem beinahe alltäglich geworden, aber hier schlicht neben der Sache. Wer als Partei ernsthaft das bestehende Urheberrecht verändern will, sollte konstruktive Vorschläge machen und nicht platte Thesen verbreiten.

Das Urheberrecht sichert auch nicht die Kontrolle über die Verbreitung und Produktion von Büchern für die Machthabenden (wen immer Herr Seipenbusch damit meint), es dient der Urhebern als kreative Schöpfer von Werken dazu, mit Ihrer Kreativität und Schöpfungskraft auch Geld zu verdienen. Ob man beim Gros der Urheberschaft von Machthabern sprechen kann, wage ich zu bezweifeln.

Wer als Musiker, Schauspieler, Filmproduzent oder auch als Plattenlabel mit Medien, die sich heutzutage oft schnell und einfach digitalisieren lassen, Geld verdienen will oder muss, der muss auch das Recht haben diese Geldquelle zu schützen. Sicherlich ist es fraglich, ob die massenhaften Verfahren im Filesharing der richtige Weg sind, aber auch hier fehlt es dem Autor offenbar an Ideen und am Verständnis.

In dem Zusammenhang finde ich es unterhaltsam, dass gerade ein Printmagazin wie FOCUS im Onlinebereich derartigen Unsinn abdruckt, aber auch solche Inhalte (modern: content) sichern die Verbreitung von gedruckten Ausgaben der sog. Machthaber. Die Printausgabe, die auch dem Urheberrecht unterliegt und das Einkommen des Verlags sichert, verkauft sich dann vermutlich besser, wenn nur online „gepoltert“ wird.

Wenn Sie Fragen zum Urheberrecht haben, stehe ich Ihnen gerne qualifiziert zur Verfügung.



Rechtsanwalt
Marc Quandel
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